Konzert in Goyang Aram Concert Hall

Beflügelt vom herzlichen Applaus, dieser großen Umarmung des Publikums, von all der Zustimmung und Anerkennung, die auf jeden einzelnen Musiker nach dem Eröffnungskonzert niederprasselte, ist schon beim Frühstück überall das Bedürfnis zu spüren, sich wieder zu erden. Da vertraut jeder auf eigene Techniken: ausdauerndes Joggen am Ufer des Flusses entlang oder Instrument auspacken und Üben, Üben, Üben, vielleicht auch mit dem Stadtplan in der Hand zum Sightseeing aufbrechen, ein bisschen Work-Out im hoteleigenen Fitnessraum oder lesen auf dem Liegestuhl im Skypark der Dachterrasse im 15. Stock.

Ein Bummel durch das Viertel zur Mittagszeit:

Cello-Masterclass in Ewha Women University

Cello-Masterclass in Ewha Women University

Ein Pflichttermin steht schon am frühen Nachmittag für die Führungskräfte des Orchesters an: Konzertmeisterin Dora Bratchkova und alle Streichersolisten werden, wie bereits die Solo-Bläser am Vortag, in der Ewha Women Universitiy zur Master-Class erwartet: an Interpretationen feilen, an Strich- und Bogentechnik arbeiten, Knowhow und Erfahrung an die Studentinnen vermitteln. Glücklich schätzt sich, wer einen Platz ergattern kann. Der Präsidenten der Universität und Orchestermanager Benedikt Fohr besiegeln eine Kooperationsvereinigung, die es koreanischen Musikstudentinnen der Uni in Zukunft ermöglichen wird, ihre Kenntnisse mit finanzieller Unterstützung bei DRP-Musikern in Saarbrücken zu vertiefen.

Generalprobe in der Aram City Hall Goyang

Generalprobe in der Aram City Hall Goyang

„Programm 2“ schreibt der Tourplan heute vor. Im Klartext: eine Ouvertüre von Glinka, Brahms‘ 2. Sinfonie und das berühmte Klavierkonzert von Peter Tschaikowsky mit der koreanischen Pianistin Yeol Eum Son. Die Generalprobe beginnt mit großem Extra-Lob vom Chef: „Danke für das Konzert gestern, war wirklich super.“ Auch beim Hallenmanagement der Aram City Hall hat sich der gestrige Erfolg herumgesprochen. „You had a very nice concert, Congratulation.“ Der Konzertsaal ist wunderbar, klingt prächtig, transparent und Karel Mark Chichon justiert sorgfältig die Klangbalance, um das optimale Ergebnis zu erzielen.
Dass das Klavierkonzert mit Yeol Eum Son ein Erfolg wird, war natürlich zu erwarten. Aber das Publikum bedenkt mit seinem Applaus, mit Bravorufen und standing ovations auch, und ganz besonders, das Orchester und seinen Chefdirigenten. Wieder ein Abend der großen Emotionen. Da ist Brahms‘ sehnsuchtsvolle 2. Sinfonie – Inbegriff deutscher Romantik – nur die logische Fortsetzung nach der Pause. „Gamsa-hamnida“, in lupenreinem koreanisch und mit drei Zugaben bedankt sich Karel Mark Chichon

Schlussapplaus in Goyang

Unser Anspruch ist es“, bilanziert Orchestermanager Benedikt Fohr nach dem zweiten Korea-Konzert, „auf internationalem Niveau zu arbeiten. Das Publikum hat uns gestern und heute ganz eindeutig zu verstehen gegeben, dass wir diesem Anspruch gerecht werden. Übrigens nicht nur im künstlerischen Bereich, sondern auch planerisch und organisatorisch. Bis zu diesem Punkt dürfen wir mit der Tournee hochzufrieden sein.“

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